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14.05.17 14:16 Alter: 13 Tage

Deutschfolk global

Rubrik:

 

Auf der Bühne nichts weiter als ein Hocker, eine Gitarre und zwei Mikros — eine kurze Ansage, dann nimmt Ulrik Remy die Gitarre in und uns an die Hand, lädt ein zur Begleitung durch sein facettenreiches Leben: Hitlieferant, Hurrican-Opfer und Hausbootbesitzer in Florida, alkoholische Höhen und obdachlose Tiefe, Carl Orff-Schüler und Kantatenschreiber, Chronist seiner und unserer Zeit, hat zu allem Töne, Wort und Meinung — in Sinfonie und satirisch-lyrischen Texten mit dem Augenmerk auf Freiheit. Zentralbegriff in vielen Liedern seines Konzerts voll verletzlicher Fröhlichkeit und listig-leisem Ernst. Ein Musikant des guten Tons aus der Liga eines Väterchen Franz, eines Reinhard Mey.

„Begrabt mich nicht“, „Und dann lacht mein Kind im Traum“, „Mensch, war ich besoffen“ — ohne Duselei, reines Gefühl! Für uns Zuschauer und -hörer ein alternatives Maiabend-Fest. Ohne Eintritt oder Gage, aber mit Spendenaufruf. „Mir fehlt nichts (außer Dir)“ singt er. Und zeigt dazu sein beredtes Gesicht. Danke, Ulrik.

 

Auch Elmar Rahn von Deutsche Mugge war sehr angetan, wie hier zu lesen ist:

http://www.deutsche-mugge.de/index.php/live-berichte/6293-ulrik-remy-in-bochum.html

 

 

 

 

PS: Aus verschiedenen Gründen, und weil es zum Eindruck des Abends passt, ein Nachklapp, ein Zitat von Campino in einem Interview mit dem Deutschen Rolling Stone:

„Wir haben ja noch Lust am Leben, und die darf auch nicht verschwinden. Es gehört dazu, dass man sich jede Menge Beulen abholt und Bitteres erleben muss, und trotzdem ist das Leben eine tolle Angelegenheit. Wer noch da ist und Kraft hat, hat keinen Grund, dieses wahnsinnige Geschenk nicht zu würdigen. Das sollte idealerweise das Endergebnis aller Bilanzen sein.“